lösung

Wie reißt man sich zusammen
Wenn in dir doch nur Grenzen aneinander stoßen
Wie bewahrt man Haltung
Wenn die Teile dich zu Boden reißen
Wie bleibt man anwesend
Wenn alles rennt und flüchtet und blockiert
Wie bleibt man am Leben
Wenn du nicht mehr kannst
Und es nichts gibt was dich halten könnte

Ich kann es verstehen, wirklich. Auch wenn es verdammt schwierig werden wird, ich kann es verstehen. Ich habe Angst davor. Was alles passieren wird, ob wir auseinanderbrechen oder mehr zusammen wachsen. Wenn es jetzt passiert, wem werde ich die Schuld geben? Werde ich mir je verzeihen? Wenn es passieren sollte und ich dich nicht mehr gesehen habe, wegen ihm, dann weiß ich nicht ob ich mir verzeihen würde. Natürlich habe ich jetzt ein besseres Bild von dir, doch ich komme mir so unglaublich feige vor. Und schuldig, weil du doch so viel mehr leidest als ich. Weil es Menschen gibt, denen es wirklich schlecht geht. Ich versuche am laufenden Band Erinnerungen hervorzukramen. Wenn ich das Wort "Krankheit" höre, ich verbinde es immer mit dir. Ich kenne es doch gar nicht anders. Bestimmt hat es dich verändert, doch ich kenne dich nur so. Nur so, ohne zu wissen ob meine Vorstellungen von dir zu den alten Bildern passen. Ich habe mich nie getraut zu fragen. Aber ich werde fragen, ganz bestimmt, ich werde nicht aufhören. Solange bis ich mir nicht mehr vorwerfe, die Chance verpasst zu haben es dich zu fragen. Das erste Mal dich richtige was erzählen hören, dass ist noch nicht so lange her. Doch er war dabei und ich kann nicht versuchen mich daran zu erinnern, ich kann es nicht. Und es tut mir leid. Ich kann auch nicht aufhören mir vorzustellen, wie er mir helfen würde, wie ich weinend in seinen Armen liegen würde und er für mich da wäre. Und das ist krank und sowas von falsch, ich kann mich gar nicht genug bestrafen. Trotzdem versuche ich es. Manche Menschen sind stark genug, ich bin es wohl nicht. Wie soll jemand funktionieren, dessen Gedanken immer um das Gleiche kreisen? Ich möchte nicht, dass du irgendwas erfährst. Behalte mich so in deinen Gedanken, wie ich in ihnen eingefroren bin. Es kann nicht noch jemand von mir enttäuscht werden. Ich bin nervös wie ich darauf reagieren würde, wenn ich durch ihn schon so kaputt gegangen bin, wenn ich durch die kleinsten Dinge schon zerbreche, was passiert dann mit mir bei den großen? Jeden Tag denke ich darüber nach, was ich ihm alles hätte erzählen müssen. Und jeden Tag muss ich mich stoppen, es ihm jetzt zu erzählen. Ich überlege auch, was du mir raten würdest. Ob du einen Rat hättest. Ich stelle mir einfach vor, es wäre wie in den Büchern und du hättest den lösenden Gedanken für mich. Dann wird es ein bisschen besser.

Ich würde dich vermissen. Ich habe Angst davor, mit dir abzuschließen und dann wird alles besser. Deshalb tue ich es nicht. Nicht jetzt. Nicht heute. Nicht so. Wie lange hält ein Mensch es eigentlich aus, immer nur zu vermissen?

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xoxo im gluecksfieber